Dieses Jahr hat es mich in ein Land voller Kontraste gezogen: Israel. Auf dieser Reise war von Grund auf alles anders. Zum einen reiste ich nicht mit meinem Partner Pascal, sondern mit meiner Studienfreundin Sandra und zum anderen übernahm ich die Planung der kompletten Reise. Für unseren Kurzurlaub (Mittwoch – Sonntag) stellte ich ein Programm, gefüllt mit den besten Restaurants, Bars und Sightseeing Spots, zusammen. Tel Aviv, Jerusalem und das Tote Meer waren unsere Destinationen. Fünf Tage waren eigentlich viel zu kurz, wir haben jedoch das beste heraus geholt. Kurz zusammengefasst war Israel 

„eine Reise voller Kontraste die ein kultur- und historisch interessierter Foodie sich nicht entgehen lassen darf“.


Unsere Low-Budget Unterkunft in Israel

Für die Auswahl der Übernachtung hatten wir uns auf drei Hauptkriterien geeinigt: (1) eine zentral gelegene Unterkunft, (2) kein Mehrbett-Zimmer, (3) low-budget. Diese Kriterien führten uns zum Abraham Hostel in Tel Aviv und Jerusalem. Diejenigen die mich persönlich kennen, wissen, dass ich es mir in der Regel in schönen Boutiquehotels gut gehen lasse. Bei einem so voll gepacktem Programm, war mir dies jedoch nicht wichtig. Die Zimmer waren sauber, die Stimmung in den gemeinsamen Bereichen jung, laut und erfrischend und das Interior stilbewusst ausgewählt. Thumbs up, ich würde es wieder buchen.

Adresse:
Tel Aviv: Levontin St 21, Tel Aviv-Yafo, Israel, Tel: +972 3-624-9200
Jerusalem: 67 Hanevi’im Street, Jerusalem, Tel: +972 (0)2 6502200
Website: https://abrahamhostels.com


Restaurants & Bars: Unsere Favoriten in Israel

Hummus
Hummus

Wir freuten uns auf ganz viel Hummus und auf das Foodmekka Tel Aviv.

             

Imperial Craft Cocktail Bar, Tel Aviv

Die Imperial Craft Cocktail Bar gehört zu den 50 besten Bars der Welt. Wer sicher gehen möchte, einen Platz an der Bar zu erhalten, dem empfehle ich eine Reservation zu machen. Mit ganz viel Leidenschaft und routinierten Shake- und Stirtechniken zaubern die durchgestylten Barkeepers leckere Craft Cocktails. Alle Drinks haben eine durchdachte Geschmackskomplexität. Fazit: Das Zubereitungsspektakel unseres Barkeepers und die Cocktails waren einfach GENIAL!

Adresse:
66, Hayarkon Street, Tel Aviv 63255, Tel: 972.73.264.9464,
Reservation: imperial.reservation@gmail.com
Website: http://imperialtlv.com

Manta Ray, Tel Aviv

Nach unserem Cocktailabend war klar, dass eine entspannte Location für ein anständiges Frühstück dran war. Meine ehemalige Arbeitskollegin Nicole, die heute in Tel Aviv lebt, hat uns das Manta Ray empfohlen. Direkt am Strand mit Blick auf das Meer, war es die perfekte Katerlocation. Das Zeitfenster für einen Brunch haben wir natürlich verpasst, schliesslich gehört es dazu, im Urlaub auszuschlafen, aber die grosszügige Lunch-Mezzeplatte konnte unseren Bärenhunger stillen.

Adresse:
Charles Clore park Tel Aviv, 703 Yehezkel Kaufman St. Tel Aviv
Beit Ha’etzel parking lot 2 Nahum Goldman St. Tel Aviv
Tel: +972 (0)3 5174773, Website: http://mantaray.co.il

             

Mashya, Tel Aviv

Das Mashya gehört zu den beliebtesten Restaurants der Israeli Top Küchenchef Szene und bietet eine marokkanisch angehauchte Küche an. Zu unserer Verwunderung wurden wir an der Bar patziert. Die Tische drüben an der wunderschön bepflanzten Wand, wären eigentlich ganz gut für ein Fine Dine Dinner gewesen. Unsere kurzfristige Reservationsanfrage hatte uns an die Bar katapultiert, was im nachhinein dann doch die viel bessere Platzierung war :). Unser zugewiesener Barkeeper demonstrierte direkt vor unseren Augen seine Bar Fähigkeiten und war bei der Auswahl der Gerichte eine grosse Hilfe.

Adresse:
5 Mendeli st. Tel-Aviv (Mendeli St. Hotel)
Tel: +972-3-7500999
Website: http://www.mashya.co.il/

             

Hiro Ramen, Tel Aviv

Japanisch in Israel essen? Ja, das geht wunderbar in Tel Aviv. Israel ist ein Land mit vielen Zuwanderern aus der ganzen Welt. So ist es nicht verwunderlich, dass in dieser Melting Pot City ein Ramenrestaurant zu finden ist. Das Hiro Ramen war für uns ein “Ausweichrestaurant”. Unser bevorzugtes Lokal war eigentich “Port Said”, wo man den Puls der Stadt so richtig fühlen konnte. Ganz Tel Aviv versammelte sich an diesem Samstagabend in dieser Location. Enttäuscht machten wir uns auf die kurzfristige Suche nach einem Restaurant und konnten unseren Hunger Dank leckeren Gyoza, Buns, Ramen und Nudeln stillen. Die Cocktails waren zu unserer Überraschung gratis, da wir uns als Gäste des neben gelegenen Abraham Hostels geoutet haben. Zum Glück habe ich im Vorfeld die Bewertungen im Tripadvisor nicht angeschaut, sonst hätte ich dort nie gegessen ;). Daumen hoch für das Hiro!

Adresse:
Levontin St. 19, Tel Aviv
Telefon: +972 3-558-3505
Website: http://www.hiroramenbar.co.il

             

Hummus Ben Sira, Jerusalem

Unsere erste Mission in Jerusalem war richtig guten Hummus zu finden. Denn witzigerweise gab es in Tel Aviv in keiner der besuchten Restaurants Hummus auf der Karte. Wenn du in Jerusalem bist, dann empfehlen ich dir als Must-Try-Location den Hummus an der Ben Sira Street zu probieren. Die kleine Hummusbar ist vollgepackt mit Einheimischen und die Atmosphäre könnte nicht authentischer sein. Vor Ort mussten wir uns ganz schnell entscheiden, was wir bestellen. Es war nämlich Shabbat Friday und die Bedienung verkündete allen Neuankömmlingen, dass nur noch Take-Away Bestellungen an der Take Away Theke entgegen genommen werden. Wir haben uns für je eine Pita entschieden: 1x Hummus mit crispy Beef und Falafel. Fazit: Bestes Hummus ever und endlich mal Falafel die nicht zu trocken waren.

Adresse:
Ben Sira St 3, Jerusalem, 9418103
Tel: +972 2-625-3893

             

Bolinat Cafe Bar, Jerusalem

Das Bolinat war unsere Rettung für den Tag nach Shabbat Friday. Am Samstagmorgen findet man kaum Leute auf den Strassen Jerusalems. Wir fragten nach typisch israelischen Speisen und bestellten:

  • Sahlab mit Pistazien – ein Heissgetränk, welches an eine puddingartige Konsistenz erinnert. Nach einer kurzen Recherche hat sich herausgestellt, dass Sahlab ein typisch arabisches Getränk ist und in Israel vor allem während den kurzen Wintermonaten getrunken wird.
  • Shakshuka – ein Nationalgericht welches als Frühstück eingenommen wird. Es handelt sich um pochierte Eier an einer Tomatensauce.

Adresse:
Dorot Rishonim 6, Jerusalem
Tel: +972 2-624-9733
Website: https://www.facebook.com/bolinat.cafe.bar 


Tel Aviv: Foodmekka und Partystadt von Israel

Tel Aviv | Oldtown Jaffa
Tel Aviv | Oldtown Jaffa

Unzählige Gourmettempel, wilde Parties und einen wunderschönen Stadtstrand – das ist Tel Aviv!

Street Art & und eine ungezwungene Stimmung

Tel Aviv ist längt bekannt als die Party und Beachstadt und kulinarischer Hotspot für Foodies. Was ich jedoch erst vor Ort wahrgenommen hatte, sind die unzähligen Street Art Kunstwerke die, die Fassaden dieser aufstrebenden Stadt verschönern. Gepaart mit der ungezwungenen Stimmung gehört Tel Aviv zu den entspanntesten Beach Cities, die ich bis heute kennenlernen durfte. Die Stadt ist jung, urban, unkompliziert, cool und zeichnet sich hinsichtlich Design und Kleidung als very fashionable aus.

             

Carmel Market

Kurz nach dem Check-In im Abraham Hostel, machten wir uns auf dem Weg zum Carmel Market. Denn schliesslich hatten wir in Tel Aviv nur 2 Tage Zeit, die Märkte unsicher zu machen. Die typische Marktstimmung hatte uns gleich reingezogen in die Kauf- und Probierlust. Die Baklavas waren lecker, jedoch war der euphorische Einkauf zu ambitioniert und wir hatten uns gleich zu Beginn einen Sugarrush eingefangen ;-). Zum Glück lehnten wir das Angebot, ob wir gleich eine Box mit 10 Stück Baklavas  kaufen möchten, gekonnt ab. Neben frischem Gemüse und süssen Früchten (ich liebe Granatapfel), empfehle ich unbedingt ein Stück Halva (Chalva) zu probieren. Es handelt sich um eine feine Süssspeise, die mit Sesam Tahin hergestellt wird. 

             

2 Tage in Tel Aviv

Kurz waren die Nächte und ewig bleiben unsere Erinnerungen. Hier findest du zusätzliche Tipps für einen Kurzaufenthalt in dieser Stadt

  • Besuche die Altstadt Jaffa/Yafo.
  • Schau dir mindestens einen schönen Strand an (Bsp. Manta Ray Beach).
  • Im District Neve Tzdedek findest du viele kleine Fashion, Handcraft und Interior Boutiquen.
  • Time to eat Ice Cream – es gibt unzählige leckere Eis Boutiquen.
  • Lass dein Mietwagen stehen. Tel Aviv kannst du bestens zu Fuss erkunden.
  • Israelis sind sehr offen und gesprächig. Versuche in Kontakt mit Einheimischen zu kommen. Wir hatten Glück und haben in Tel Aviv zwei Einheimische aus Jerusalem kennengelernt. Sie zeigten uns in Jerusalem, wo man auch am heiligen Shabbat Friday ausgehen kann.
  • Das Nachtleben ist grandios – erkundige dich im Vorfeld wo die besten Parties steigen. 

Jerusalem: Religionsmekka in Israel 

Jerusalem | Jewish Quarter | Altstadt
Jerusalem | Jewish Quarter | Altstadt

Nirgendwo sonst habe ich eine so intensive und interessante Stadtstimmung erlebt.

 

              

Mahane Yehuda Market an Shabbat

Wir reisten am Shabbat Friday mit einem Mietwagen in das Religionsmekka des Landes und merkten schnell, dass Jerusalem zu den eindrücklichsten Orten dieser Welt gehört. Im Abraham Hostel angekommen liessen wir uns eine Karte von der Stadt und Insider Tipps von der Empfangsdame geben. Unser Hostel lag glücklicherweise wenige Gehminuten vom berühmten Mahane Yehuda Markt. Unsere neuen israelischen Freunde, die wir in Tel Aviv kennen lernten, warnten uns vor Rush Hour auf dem Markt. An Shabbat erlebt man diesen Markt intensiv. Alles ist laut, bunt und die marktschreierischen Händler buhlen um ihre Kunden. Wir naschten uns durch viele verschiedene Stände durch und verweilten am längsten am “Disco-Stand”. Nein, nicht Platten oder Musik gab es dort zu kaufen, sondern karamellisierte Nüsse, kandierte und getrocknete Früchte und verschiedene Gewürze. Disco-Stand, weil die jungen, gut aussehenden jungen Verkäufer mit ihrer lauten elektronischen Musik die Aufmerksamkeit vieler Kunden gewinnen konnten. Das ganze natürlich zu Lasten von älteren Verkäufern mit traditionellen Ständen. Eine intensivere Marktstimmung habe ich selbst in Asien noch nicht erlebt. Shabbat Shalom!

             

Die religiöse Altstadt in Jerusalem

Unser Spaziergang vom Mahane Yehuda Markt ins Zentrum zeigte sich kontrastreich! Die Mamilla Avenue war eine andere Welt und strotzte mit teuren Fashion und Kunstboutiquen aus der westlichen Welt. Mitten drin demonstrierte ein orthodoxischer Jude sein musikalisches Talent und coverte mit seiner Gitarre die neusten Hits. Am Ende der Mamilla Avenue zeigte sich endlich die heilige Altstadt, wo Juden, Christen und Muslime auf engstem Raum zusammenleben. In den orientalischen Gassen spürten wir die intensive und religiöse Atmosphäre, welche vor allem an der Klagemauer besonders eindrücklich war. Wir beobachteten das Shabbat Ritual vieler streng orthodoxischer Juden ca. 90 Minuten lang und getrauten uns an die Mauer auf der Frauenseite heranzutreten. Ich beobachtete weinende, dankende und im Chor singende Frauen – das Ritual war überwältigendes Spektakel. Wir machten uns bald auf dem Weg zur christlichen Grabeskirche, dort wo Jesus Kreuzigung und Auferstehung laut Überlieferung stattgefunden haben soll. Die Kirche ist, wie wir Christen es gewohnt sind, prunkvoll gestaltet aber ganz im arabischen Stil. Die vielen herunterhängenden Öllampen liessen mich in eine Tausend und eine Nacht Stimmung versetzen.

             

24 Stunden in Jerusalem an einem Freitag

Viel Zeit ist es nicht, aber es reicht um mit vielen Eindrücken die zum Nachdenken anregen weiter zu reisen. Was du wissen musst, wenn du an einem Freitag in Jerusalem übernachtest:

Shabbat ist heilig, dauert etwa 25 Stunden, startet 18 Minuten vor Sonnenuntergang am Freitag und endet mit dem Einbruch der Dunkelheit am Samstag. Ganz Jerusalem schliesst ihre Läden und Märkte am frühen Nachmittag, sogar die öffentlichen Verkehrsmittel sind während dieser Zeit nicht im Betrieb. Erkundige dich genügend früh, wo du an diesem Tag in Jerusalem zu Abend essen kannst. Wir feierten den Shabbat im Hostel mit vielen Touristen, wobei uns das ganz Ritual mit den Kerzen, dem Challah (ein Zopf ähnliches Brot) mit dem Gebetstuch, dem koscheren Wein und dem Salz näher gebracht wurde. Shabbat ist der Tag der Familie und der Ruhe. Alle Arbeiten die an einem normalen Werktag erledigt werden, sind an diesem Tag verboten. Wie schon erwähnt lernten wir in Tel Aviv zwei Israelis kennen. Beide haben sich als säkulare Juden geoutet und zeigten uns am heiligen Shabbat Freitagabend, wo was los war. Und genau an diesem Ort konzentrierte sich das Nachtleben aller Säkulare. Im jüdischen Säkularismus werden spezielle jüdische Werte akzeptiert, das Judentum als Religion wird jedoch nicht praktiziert.


Totes Meer & En Gedi: Heilendes Salz und Wüstenoase in Israel

Israel | Totes Meer | Salzkristalle
Israel | Totes Meer | Salzkristalle

Die Wüstenoase ist ein Ort voller Lebenskraft und bei Schlechtwetter zeigt sich das Tote Meer von ihrer mystischen Seite. 

 

              

Durch die Wüste in die Oase „En Gedi“

Nach unserem 24 Stunden Aufenthalt in Jerusalem, machten wir uns am Samstagnachmittag auf den Weg zum Toten Meer. Wir planten die Reise durch die Wüste bewusst an diesem Tag ein, da ja alles andere geschlossen war. En Gedi war ursprünglich als Zwischenstop eingeplant – schnell ein paar schöne Fotos machen und dann gleich ins Tote Meer für ein gemütliches Floating springen. Wer zur Oase reist, dem empfehle ich unbedingt früh anzureisen, um das ganze Naturreservat entdecken zu können. Es handelt sich um eine wunderschöne Oase mit vielen Wasserfällen. Bis zu 4 Stunden kann man im Naturreservat wandern. Wir verbrachten rund 2.5 Stunden an diesem Ort und konnten uns rechtzeitig vor Sonnenuntergang an das Tote Meer verschieben. 

              

Mystik am Toten Meer

Das Wetter hatte es mit uns an diesem Tag leider nicht so gut gemeint. Es war dunstig und die Sonne war nicht zu sehen. Das war aber gar nicht so schlimm, denn das Tote Meer zeigte sich von einer ganz anderen Seite: es war mystisch! Wir parkten unseren Mietwagen, wenige Autominuten vom En Gedi Naturreservat entfernt, am Strassenrand und stiegen zu Fuss ans Ufer hinab. Auf dem Weg dort hin, wurde ich mit den unangenehmen Gerüchen der Umgebung konfrontiert. Ich konnte den Geruch zunächst nicht identifizieren und war erstmal super enttäuscht. „Ne, in so einen stinkenden Tümpeln geh ich auf keinen Fall floaten“. Schnell entdeckten wir die Quelle des Gestankes. Nicht unweit von uns befand sich eine heisse Quelle, die die Luft mit Schwefelgasen verunreinigte. Alles gut! Wir entfernten uns von diesem Ort und stiegen weiter vorne in das heilende Wasser ein. Ein Highlight unserer Reise – muss man unbedingt mal gemacht haben! 


Schlusswort

So, meine Lieben, ich hoffe ich konnte euch mit diesem Beitrag einen guten Einblick in meinen Kurzurlaub geben. Ich reiste  mit tausenden Eindrücken zurück in die Schweiz. Was mich auf dieser Reise vor allem nachdenklich stimmte ist der Nahost Konflikt. Es würde zu weit gehen detaillierter über dieses Thema zu berichten. Falls sich jemand näher mit diesem Thema auseinandersetzen möchte, dann ist die Lektüre „Gebrauchsanweisung für Israel und Palästina“ von Martin Schäuble (Verlag Piper) genau das Richtige.

Last but not least: hier geht es zum „4 Nächte, 5 Tage Israel“ Reiseprogramm.

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