Berner Gemütlichkeit. „Ich habe uns einen Tisch im blauen Engel reserviert“ hiess es in der WhatsApp Nachricht von meiner Freundin. In der Hauptstadt Bern angekommen, erklärt sie mir, dass das Restaurant sich im Quartier Länggasse befindet. Das sei in etwa ähnlich wie die Zürcher Langstrasse, nur nicht so verrucht. Verrucht ist der blaue Engel ganz und gar nicht. Im Gegenteil, die vorgelagerte Terrasse zeigte sich im romantischen Look. Herzig und Jö waren meine ersten Worte, als ich vor dem Engel stand. Die Lichterketten und die Spuren des Herbst machen diesen Ort zu einer kleinen verträumten Ecke. Die Inneneinrichtung erinnert an ein altes Haus oder viel mehr an eine alte Stube bei Oma und Opa. Holz ist das dominierende Element, die Kristallgläser sind verschnörkelt, die ledrigen Sitzecken und das Piano rufen eine gehobene und gemütliche Atmosphäre hervor. Man könnte schon fast meinen, dass man hier gute Hausmannskost erhält, schwer und urchig. So ist es aber nicht. Alle Gerichte sind modern und werden mit französischer Dekorationskunst angerichtet.

Neben der à la Carte Speisekarte legte uns die freundliche Bedienung auch das Abendmenü hin. Die Auswahl war überschaubar, genau richtig für eine rasche Entscheidungsfindung. Wir haben uns für das volle Vegi-Programm entschieden und freuten uns auf 5 Gänge inkl. Amuse-Bouche.

Das Fooderlebnis

Foodqualität:
Das Menü überzeugte mit kreativen Gängen:

  • Amuse-Bouche Schwarze Bohnensuppe: ein perfekter Start und Appetitanreger.
  • Steinpilztortelli mit Kürbis Feige und Salbenbutter: super lecker!
  • Engelshaar-Rolle mit Spahn und Macadamia-Nuss, Rotkraut Rosenkohl, Herbstgarnitur und Quarkspätzle: bei diesem Gericht ging das engelhafte etwas unter. Die kräftige Spahnkäsesauce war für meinen Geschmack zu deftig für das feine Engelshaar.
  • Kleiner Käseteller mit Früchtebrot und Chutney.
  • Schokoladen-Ingwerkuchen mit Quittensorbet und Marronimousse: Schoggi gehört zu meinen Lieblingsspeisen. Die Schokolade war jedoch sehr mächtig, weshalb der Ingwer etwas zu kurz gekommen ist. Für so viel Macht in der Schokolade hätte ich mir mehr Frische im Quittensorbet gewünscht.

Service: Das Servicepersonal war sehr freundlich und aufmerksam. Was ich jedoch vermisst hatte, war die Erläuterung der Speisekarte durch die Bedienung. In jedem Menü steckt die Kreativität des Kochs und ich bin ein grosser Freund die Geschichte eines Gerichtes vor dem Verspeisen zu hören. Die Erlebnisqualität steigt automatisch, wenn man weiss, woher die einzelnen Zutaten kommen oder wie eine bestimmte Speise zubereitet wird.

Atmosphäre: Perfekt für verträumte und romantische Foodies.

Im grossen und ganzen war es ein sehr gelungenes, kreatives 5-Gänge-Menü und ich erinnere mich sehr gerne an das freundliche und gehobene Wohnzimmerambiente.

Adresse:
Zum blauen Engel, Seidenweg 9b, 3012 Bern Webseite: www.zumblauenengel.ch Wer wissen möchte, wie die Abendkarte aussieht, der findet auf der Webseite das Menü.

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